In der Tat war das der beste musikalische Schnippsel während der 'Lichtsymphonie', die den neuen Berliner Hauptbahnhof eröffnet hat. Aber eins nach dem anderen, weil eigentlich wollte ich da ja überhaupt nicht hin.
Mein eigentlicher Plan war, die defekte Fernbedienung des DVB-T Recievers auszutauschen und anschließend im Gropius-Bau noch die Polidori-Austellung anzusehen. Die Umtauschaktion war nicht ganz so trivial, da es das Gerät nicht mehr so wirklich gab, es stand zwar noch ein Vorführgerät rum, aber da war die Fernbedienung nicht aufzutreiben. Also habe ich dann gleich das ganze Gerät gegen ein anderes ausgetauscht, mal sehen, was das gibt, wenn ich das morgen teste.
Vom Potsdamer Platz ist es ja nicht weit bis zum Gropius-Bau und wer in der Gegend ist, sollte einen Blick in die Polidori-Austellung riskieren (und erstmal an den ganzen Menschenmassen, die für die Unterwasserägyptenausstellung anstehen, vorbei in das oberste Stockwerk gehen; da ist auch eine Kasse): Ich bin eigentlich nur wegen der Tschernobyl- und Prypjat-Aufnahmen hingegangen, aber die weiteren Photos sind auch sehr sehenswert.
So, damit war es dann ungefähr vier. Auf ging es in die Friedrichstraße zu Dussmann, wenn ich schon in der Stadt bin, kann ich ja auch noch durch einen Bookstore (heißt das mittlerweile so?) bummeln. Hab's mir aber verkniffen die (Auto?)biographie des Bundeshelmut zu kaufen. Überhaupt habe ich nicht so wirklich ein ansprechendes Büchlein gefunden (dafür eine DVD und eine CD...).
So, nun war ich ja schon fast am Hackeschen Markt und da gibt es doch so ein hübsches spanisches Restaurant... Resultat: Oliven mit Pepperoni, Brot mit Aioli und ein großer Teller mit jamón serrano, ein Bierchen und ein Espresso. Und 19€ ausgegeben, verdammt. Aber lecker. Tja, und nun ging das Chaos los. S-Bahn rammelvoll mit Leuten, die zur 'langen Nacht des Hauptbahnhofes' wollten. Lemminge sind ja toll, also bin ich dann doch zu dieser Eröffnung hin.
Friedrichstraße war allerdings Ende, von da aus gings am Reichstagufer entlang. Den Weg kannte ich ja schon von der letzten Silvesterfete am Brandenburger Tor. Blöderweise tröpfelte es auch die ganze Zeit, so daß ich mir nicht sicher war, ob ich überhaupt bleiben sollte; aber naja, wenn man dann doch einen eigentlich ganz guten Platz erwischt mit (auf meiner Sichthöhe) freiem Blick auf das Objekt der Einweihungsgelüste... Also habe ich die Klänge von Raemonn ertragen und darauf gewartet, daß diese groß angekündigte 'Lichtsymphonie' losging.
Die ging dann auch um 23:3undetwas los. Impressionen:
Tja, das dauerte insgesamt etwas über zwanzig Minuten und war eigentlich recht nett. Allerdings fand ich es extrem nervig, daß der Soundtrack zur Lichtsymphonie ein ziemliches Kuddelmuddel an Lieder war. Jedes für sich ist ja nicht unbedingt schlecht, aber alle jeweils ein paar Sekunden? Also bitte... Wie oben schon erwähnt, das passendste Liedchen war definitiv Peter Schilling - Major Tom. Der ganze Bahnhof wirkt schon etwas außerirdisch, aber nicht schlecht, ganz und garnicht. Mir gefällt der Bau durchaus, von außen auf jeden Fall und was ich von innen schon aus durchfahrenden S-Bahnen gesehen habe, ist auch sehr ansprechend.
Ich habe es mir dann verkniffen, auch noch in den Bau reinzugehen, bis 3 Uhr kann man da wohl auf Entdeckungsreise gehen, aber das muß ich nun wirklich nicht im Massenpulk machen; irgendwann fahre ich bestimmt mal vom Hbf aus irgendwohin, dann kann ich immer noch rumgucken. Auf der Rückfahrt habe ich dann natürlich wieder die S-Bahn erwischt, die nur bis Wannsee fährt, aber naja, was will man machen, 10 Minuten mehr oder weniger machen es dann nun auch nicht mehr.