Freitag oder Samstag. 23 Uhr. Zeit für '
The return of the Classic Late Show'. Diesmal bin ich erst am Samstag ins Kino, aber diesen Film wollte ich wirklich sehen und ich habe mich auch schon, seit ich das Programm für die Late Show kenne, darauf gefreut. Leider war sonst keiner so direkt dafür zu begeistern (okay, ich habe auch nicht so viel Werbung dafür gemacht), also bin ich alleine hin. Es lief
Lady Snowblood.
Nun sagte mir das erstmal garnichts, aber die
Beschreibung las sich höchst interessant:
Geschrieben von Kazuo UEMURA und Kazuo KOIKE in Anlehnung an ein japanisches Manga gilt LADY SNOWBLOOD mittlerweile als wichtigster Einfluss für Quentin Trantinos KILL BILL. Im Gegensatz zu diesem handelt es sich hierbei allerdings um ein todernstes Rachedrama, das in edler Optik und raffinierten Rückblenden den Leidensweg einer von Hass getriebenen Frau erzählt.
Einfluß für Kill Bill? In richtig japanisch? In der Tat! Handlungsmäßig ist die Geschichte natürlich schnell erzählt, es passiert nicht wirklich etwas (hübsche junge Frau tötet in blutiger Art und Weise ausgewählte Unholde) und schon garnichts, was wirklich überrascht; okay, die Einführung des Romanschreibers ist originell und auch durchaus wichtig für die Reflektion der Handlung, aber überraschend ist es nicht. Das ist aber nicht weiter schlimm, die Bilder sind sehr schön (sieht man von den offensichtlichen Studioaufnahmen mit Kunstschnee ab, aber okay), die Musik dezent und stimmig und die schauspielerische Darbietung überzeugend. Optisch besonders gefallen hat mir die Stelle, in der Yuki (aka Lady Snowblood) ihre Schwertübungen abhält und man im Hintergrund das Meer tosen sieht. Dafür ist Kino dann gut: Eine große Leinwand.
Was den Film auszeichnet, ist die Direktheit, mit der die ganze Sinnlosigkeit des Rachefeldzuges aufgezeigt wird. Schon gleich das erste (richtige) Opfer ist garnicht der fiese Bösewicht, der die durchgeschnittete Kehle förmlich herausfordert, nein, es ist der abgehalfterte Trunkenbold, der nichts aus seinem Leben gemacht hat. Kein sehr schönes Objekt, um genußvoll seine Rache zu vollziehen. Schon garnicht, da das Opfer auch noch eine Tochter hat, die überaus nett ist. Und Yuki sorgt auch gleich dafür, daß sie sie finden kann, um sich ihrerseits für den Tod ihres Vaters zu rächen. Das ist dann auch (fast) das Schlußbild des Filmes, der Kreis schließt sich.
Sicherlich nicht jedermanns Sache, aber wenn man sich nicht am literweise fließenden (schön rotem) Kunstblut stört und die Bilder ein wenig auf sich wirken läßt, wird man doch sehr gut unterhalten. Einzig die doch etwas in die Jahre gekommene Technik fällt hier und da etwas auf, das ist aber beileibe kein Abwertungsgrund. Achja, es lief die OmU-Fassung, dieses System überzeugt mich immer mehr. Wie gut oder schlecht es nun übersetzt ist, kann ich zwar nicht beurteilen, aber ich fand die Untertitel sehr gelungen. 7/10.